Da wir mit Werbepartnern (z. B. Google) zusammenarbeiten, beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite folgende Details
Mailkontakt - Impressum - Datenschutz

Startseite » Städte und Orte in den Niederlanden: Baarn

Interessante Ziele in der Provinz Utrecht: Baarn

Baarn ist ein Ort und eine Gemeinde am Eem in der Provinz Utrecht. Ein bekanntes Bauwerk der Gemeinde (genauer eigentlich von Soest) ist Paleis Soestdijk, welcher aus Baarn eine königliche Residenz machte. Königin Juliana lebte hier bis 1980, der Thronfolger König Willem-Alexander führt den Titel Heer van Soest, Baarn en Ter Eem.

Baarn ist ein in vielfacher Hinsicht bemerkenswerter Ort: es ist einer der Punkte, der in etwa am geographischen Mittelpunkt des Landes liegt, der Fluss Eem ist einer der wenigen Flüsse im Land, die hier sowohl Ursprung als auch Mündung haben. Und Baarn ist hinsichtlich seiner Entwicklung bemerkenswert, da der Ort sein goldenes Zeitalter hatte, als der Ort zur Sommerresidenz vermögender Amsterdamer wurde.

Geschichte

Die Region um die Eem ist an sich schon lange besiedelt, Fundstücke deuten auf einige Jahrtausende vor Christus hin. In den Wäldern von Lage Vuursche fand man Hinweise auf eine mögliche Ansiedelung in der Jungsteinzeit. Allerdings bleibt in Bezug auf die Gründung Baarns vieles unklar. Mit Baarn als Dorf ging es mutmaßlich im 12. Jahrhundert los, auch hier ist aber der Nachweis nicht eindeutig. Man weiß, dass zu jener Zeit die meisten bestehenden Dörfer sozusagen aus den Nähten platzten und daher neue Siedlungen bzw. Siedlungsgebeite dringend notwendig waren. Die Gegend um Baarn schien prädestiniert, was aus der Region aber auch ein begehrtes und umkämpftes Ziel machte. Eine erste Siedlung lag nahe der heutigen Leestraat, der Name Baarn wurde dabei urkundlich erstmal 1280 erwähnt.

Im 14. Jahrhundert war der Ortskern Richtung Brink verlagert, dort wurde auch die Pauluskerk gebaut. Baarn wurde relativ früh mit Stadtrechten versehen, was ungewöhnlich war, jedoch einen strategischen Hintergrund hatte. Der damalige Bischof von Utrecht, Jan van Arkel, gestand den Einwohnern von Baarn das Stadtrecht und damit verbunden das Recht auf Selbstverwaltung mutmaßlich vor allem deshalb zu, damit sie sich gegen Eindringlinge wehren konnten. Gemeint waren dabei wohl vor allem die Grafen von Holland.

In jedem Fall wurden die Rechte Baarns 1426 durch Zweder van Culemborg bestätigt, 1457 gab es eine erneute Bestätigung durch den Bischof David van Bourgondie. Was die Stadt aber nie erhielt, war das Recht eine Stadtmauer als Schutz zu bauen. Baarn beteiligte sich daraufhin an den Kosten der Stadtmauer von Amersfoort, dafür durften die Bewohner in Notzeiten dort Schutz suchen. Wie sinnvoll diese Maßnahme war, zeigte sich im Dezember 1481. Der Stellvertreter des Grafen von Holland brannte im Zuge einer Strafaktion wegen der nach wie vor bestehenden Grenzstreitigkeiten die Städte Eemnes, Soest und Baarn nieder. Die Bewohner konnten sich in Amersfoort in Sicherheit bringen und später zurückkehren. Für den Ort bedeutete es aber gleichzeitig, dass er zunächst einmal trotz Stadtrechts nicht wesentlich anwachsen konnte.

Das sollte sich änderen, denn Baarn entwickelte sich vor allem mit Beginn der 1600er über den Verlauf des Jahrhunderts prächtig. Es war die Phase, als sich vermögende Amsterdamer nach einem geeigneten Sommerrefugium umsahen und dabei in Baarn fündig wurden. Sie bauten hier Sommerresidenzen, dabei z. B. Paleis Soestdijk, der zwischen 1674 und 1678 vom Amsterdamer Bürgermeister Cornelis de Graeff erbaut wurde. Andere nennenswerte Anlagen waren Grooeneveld, Landgut Pijnenburg mit Huis Pijnenburg oder Rusthoek und De Eult. Später folgten z. B. Güter und Häuser wie Hooge Vuursche, Huis Schoonoord, Heuveloord, Villa Nova, Klein Drakenstein und die Häuser/Villen Peking und Canton.

Eine soziologisch betrachtet interessante und durchaus typische Entwicklung setzte ein. Zunächst war es wohl so, dass die größeren und besseren Landsitze auf den höheren Lagen (Hoog Baarn) waren, darunter siedelten sich die weniger pompösen Sitze an. Für den Ort waren die reichen Amsterdamer so etwas wie Fluch und Segen. Sie wollten zwar der Großstadt mit ihren unschönen Seiten entfliehen, aber nicht auf deren Annehmlichkeiten verzichten. Daher nahmen die Reichen auch Geld in die Hand, um vor Ort die Infrastruktur in ihrem Sinn positiv zu gestalten. Und mit den Landsitzen und den Besitzern gab es Arbeit und so siedelten sich immer mehr Geschäftsbetreiber und Handwerker an. Die Kehrseite: Baarn war vor allem Sommerresidenz, im Winter gingen die Vermögenden zurück nach Amsterdam. Dann gab es für manchen keine Arbeit mehr.

Die Landsitze hatten mir ihren ausufernden Parks und Gärten auch großen Einfluss auf die Landschaft und am Ende sogar auf andere Erwerbszweige. Im Grund lagen die Landgüter in der Regel in einer durch intensiven Abbau und Beweidung offene Landschaft. Der ehemalige Amsterdamer Bürgermeister Willem Gideon Deutsch z. B. ließ seinen Sitz De Eult mit drei Alleen bebauen, außerdem ließ er wegen der problematischen Flugsandverwehungen den Wald Baarnse Bos aufforsten. Der Idee der Aufforstung folgten die anderen bald, denn dadurch konnte man die Versandung mehr oder weniger stoppen. Als Nebeneffekt konnte man sogar noch Holz für den Einschlag und Verkauf vorhalten. Des einen Freud, des andern Leid: nun gab es zwar viele Waldflächen in Baarn, dafür hatten die Bauern kaum noch Flächen für die Bewirtschaftung. Hier blieb vor allem der nördliche Ortsteil, wo man noch Roggen und Buchweizen anbaute, Gebiete Richtung Eem dienten vor allem für Weiden bzw. auch für die Gewinnung von Viehfutter.

Die Situation für die 'normale' Bevölkerung war nicht einfach, tatsächlich entwickelte sich die Bevölkerungszahl trotz der neuen Landsitze sogar rückläufig. Der Gegentrend setzte erst Ende des 18. Jahrhunderts ein, als man in Baarn Fabriken gründete und dafür auch Arbeiterwohnungen baute. Die Stadt wurde zu einem Textilzentrum, u. a. baute die Teppichfabrik Scheerenberg hier 1802 eine Fabrik. Als besonders erwähnenswert wird die Gründung der Konditorei De Ruijter gesehen, welche in Baarn mit der Produktion ihrer gestampten muisjes (ein Brotbelag vornehmlich aus Anis und Zucker, im Geschmack ähnlich dem Anis Hagelslag) erfolgreich war.

1874 wurde die Bahnlinie Amsterdam Amersfoort gebaut und die Linie führte duch die Gebiete des in Soestdijk residierenden Prinz Hendrik von Oranien-Nassau. Der wollte eigentlich auf seinem Gut einen eigenen Bahnhof, bekam ihn aber nicht stattdessen bekam Baarn einen Bahnhof. Mit dem Bau des Bahnhofs wurde neues Bauland geschaffen, welches man vor wieder in erster Linie wohlhabenden Amsterdamern als Sommersitz anbot.

Nach dem I. Weltkrieg konzentriert man sich in Baarn jedoch vor allem auf den Bau von Häusern für die Mittelschicht, viele Häuser erhielten die für Holland typischen Wintergärten Richtung einem kleinen Garten. Ab 1920 reagierte man außerdem auf die Notlage vieler nicht ganz so wohlhabender Einwohner mit sozialem Wohnungsbau. Man schuf Gebiete wie das rode dorp oder das bloemenbuurt, im Norden und Osten wurden Arbeitersiedlungen wie Noordereng gebaut. In der Folge nahm auch die Bewohnerzahl zu.

Nach dem zweiten Weltkrieg ging man an die Bebauung des Zeeheldenwijk rund um Van Wassenaerland mit den Maßnahmen in Zoutmanlaan und Doormanlaan. In den fünfzigern entstanden die so genannten Professoren-, Staatslieden- und Schilderswijke, in den sechzigern der so genannte Componistenwijk.

In den 1970er Jahren wurden die Industriegebiete Noordschil (Westseite) und De Drie Eiken (Ostseite) sowie der Sportpark Ter Eem errichtet. Die Schließung der Zuiderzee im Jahr 1932 ermöglichte auch die Bebauung der 'unteren' Teile von Baarn nach dem Zweiten Weltkrieg. Der nördlichste Stadtteil Eemdal 6 wurde in den 1990er Jahren fertiggestellt. Der Abschnitt zwischen Eemdal und Eem blieb unbebaut.

Im Zuge dieser ganzen Baumaßnahmen wurden übrigens einige der alten Villen in Baarn abgerissen, um Platz für Neubauten zu schaffen. So mussten beispielsweise die Villen Waldheim und Baarnstein einem Schulgebäude bzw. einer Dienstwohnung weichen.

... und was sonst noch interessant wäre

Im Vergleich zu anderen Gemeinden der weiteren Umgebung ist das Angebot an Unterkünften in Baarn m. E. überschaubar. In Baarn selbst ist vor allem Modern Palace Emma Staete am Emmalaan oder The Nest erwähnenswert. Im Bereich Zentrum gibt es dann vor allem Ferienwohnungen. Etwas außerhalb abseits der A1 bei der N414 ist die Boerderij in de Polder.

Im Zentrum gibt es einige Einkaufsmöglichkeiten mit Supermärkten (Heijn, Jumbo, Plus), Kaufhäuser wie Blokker und HEMA, einen Baumarkt. Ein guter Startpunkt zum Bummeln ist der Bereich Brink/Hoofdstraat bzw. Brink / Laanstraat

Eine Auswahl an Restaurants findet man vor allem im Bereich Nieuwe Baarnstraat/Laanstraat und Laanstraat/Laandwarfs.

Sehenswert in Baarn

  • Paleis Soestdijk
  • Kasteel Groeneveld
  • Amaliapark
  • de Brink
  • Pauluskerk
  • Nicolaaskerk
  • Gemeentehuis van Baarn
  • Station mit der Koninklijke wachtkamer
  • Cantonspark
  • Emmapark
  • Maarschalksbos
  • Lage Vuursche mit kasteel Drakestein
  • De Naald van Waterloo
  • Pekingtuin
  • Baarnse Bos

Zwei Ortsteille wurden als beschermd dorpsgezicht ausgewiesen: das Rode Dorp und Prins Hendrikpark. Daneben gibt es auch einige Monumente, welche in der Rijksmonumenten und Oorlogsmonumenten Liste aufgenommen sind.

Provinz: Utrecht
Einwohner: ca. 25.100
Postleitzahl: 3740 - 3744
Vorwahl: 035

Transport, Verkehr

Baarn ist an der A1 gelegen mit der Abfahrt 11 Baarn. Nordwestlich ist das große Autobahnkreuz mit Anbindung an die A27. Zur A1 führt die N221, zwischen Baarn und Hilversum verläuft die N415, Richtung Bunschoten geht die N414 von Baarn weg.

Baarn hat einen Bahnhof am Stationsweg und bietet Verbindungen auf den Linien Utrecht - Baarn und Amsterdam Centraal - Hilversum - Amersfoort Vathorst.

Beim Bahnhof ist auch der zentrale Busbahnhof. Busse fahren u. a. nach Eemnes, Amersfoort Vathorst, Utrecht, Soest, Soestdijk.

 

» zum Seitenanfang » Städte und Orte » Startseite


Anzeigen