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Der Achtzigjährige Krieg

Der so genannte Achtzigjährige Krieg ereignete sich zwischen 1568 und 1648, Hauptbeteiligte waren die Niederlande und Spanien. Vereinfacht gesagt ging es um die Unabhängigkeit der Niederlande von der damaligen Besatzungsmacht Spanien. Der Krieg, das kann man vorab sagen, endete tatsächlich mit der Unabhängigkeit der Niederlande. Die Spanische Krone verlor ihre Vormachtstellung über das Land, zugleich endete mit dem Krieg die Mitgliedschaft der Niederlande im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Kurzer Abriss über den Verlauf

Ohne zu sehr ins Detal zu gehen, nachfolgend eine sehr kurze Zusammenfassung des Geschehens.

Wie erwähnt begann der Krieg offiziell 1568, er endete 1648. Damit hat man die namensgebenden 80 Jahre voll. Aber: tatsächlich verhält es sich nicht ganz genau so. Die Auseinandersetzung entstanden aus einer Unzufriedenheit der Niederländer und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit. Das begann schon vor 1568, es gab immer wieder irgendwo Scharmützel. Andererseits war es aber auch nicht so, dass in den 80 Jahren ein permanentes Kriegsgeschehen tobte. Vielmehr gab es längere Phasen ohne Kämpfe.

Angetrieben wurde die Sache durch die Reformationsbewegung in den Niederlanden, in deren Folge der Calvinismus die vorherrschende religiöse Strömung wurde. Das stand im Gegensatz zu den katholisch geprägten Spaniern und deshalb gab es auch Probleme (wie an vielen anderen Orten auch). Mit der Inquisition wollte man die anders denkenden Menschen mehr oder weniger eliminieren.

Dagegen protestierten die Niederländer u. a. unter Führung von Wilhelm I. von Oranien natürlich. Mit den Bilderstürmen z. B. kam es schon zu ersten erheblichen Aufständen vor dem eigentlichen Kriegsgeschehen. Offiziell hob der spanische König zunächst die Inquisition auf, schickte aber zur Strafe den neuen Statthalter Herzog von Alba in die Niederlande. Der griff mehr als hart durch, alleine im Zuge des Blutsrats von Brüssel wurden über 6.000 Aufständische hingerichtet. In der Folge wurden auch die Truppen Wilhelm I. von Oranien besiegt.

Das harte Durchgreifen des spanischen Statthalters heizte die anti-spanische Stimmung erst recht an und führte mit der Schlacht von Heiligerlee im 1568 zum offiziellen Beginn des 80-jährigen Kriegs.

1581 erklärten die Niederlande unter Statthalter Wilhelm von Oranien die Gründung der selbstständigen Vereinigten Niederlande mit sieben Provinzen in einer Größe, welche in etwa dem heutigen Staatsgebiet der Niederlande entspricht. Der Krieg war damit nicht beendet, aber nach einer langen Dominanz der Spanier begann deren Übermacht zu bröckeln. Um 1609 wurde ein Waffenstillstand auf 12 Jahre ausgehandelt. Möglich wurde das auch, weil die Niederländer mit England koopierierten und Spanien in der Folge bei der Schlacht um Gibraltar erhebliche Verluste erlitt. Nach Ablauf des Waffenstillstands kam es unter Einfluss des mittlerweile in Mitteleuropa tobenden Dreißigjährigen Kriegs erneut zu Kämpfen, wobei die Niederländer nun erfolgreicher waren. Am Ende stand 1648 der Westfälische Frieden, welcher sowohl den 80-jährigen Krieg als auch den 30-jährigen Krieg beendete.

Damit wurde die Unabhängigkeit der Republik der Vereinigten Niederlande festgeschrieben. Wie ein Blick in die Geschichte lehrt, war es kein stabiler Frieden für die junge Republik, welche im Grund erst nach der französischen Phase um 1815 zu einer, mehr oder weniger, stabilen Form fand (sieht man von der Abspaltung der heute belgischen Teile ab).

 

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